Bildung

Stärke: Das duale System der Berufsbildung

Das Berufsbildungssystem der Schweiz unterscheidet zwischen einem beruflichen und einem akademischen Ausbildungsweg. Unter der Einhaltung bestimmter Kriterien kann vom einen in den anderen Bereich gewechselt werden. Das Bildungssystem ist in diesem Sinne durchlässig. Wer sich beispielsweise nach der obligatorischen Schulzeit für eine Berufslehre entschieden hat, kann bei Erbringung der gefragten Leistungen und mit dem nötigen Willen auch nachträglich den akademischen Weg einschlagen und über eine Berufsmatura eine Fachhochschule oder Hochschule besuchen. Das duale Berufsbildungssystem garantiert gut ausgebildete Fachkräfte auf allen Ebenen. Dieses zweigleisige Ausbildungssystem ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Schweiz und eine Erfolgsgeschichte.

1. Natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufe

Stärke: Die Qualität der Hochschulen

Die schweizerischen Hochschulen sind von hoher Qualität und deren Abschlüsse im Ausland angesehen. In den Ranglisten der weltbesten technischen Universitäten erklimmen sie Spitzenplätze (Abbildung 8 bis 11). Dies ist umso bemerkenswerter, als sich die beiden Schulen in einem meist privat finanzierten Spitzenfeld als öffentliche Hochschule behaupten können. Aber auch was den Bereich Biotechnologie und Agrarwissenschaften betrifft, sind Schweizer Universitäten in den internationalen Rankings weit oben zu finden, so beispielsweise die Universitäten Basel und Zürich. Ein weiterer Indikator für gute Qualität und ein ansprechendes Angebot, ist auch der bedeutende Anteil an ausländischen Studierenden an Schweizer Hochschulen.

Abbildung 8-11

Abbildung 8-11

Schwäche: Mangel an natur- und ingenieurwissenschaftlichen Arbeitskräften

Qualifizierte Fachkräfte sind der wichtigste Einzelfaktor für Innovation. Die Qualität der Schweizer Fachkräfte ist sehr hoch, ihre Anzahl jedoch begrenzt. Zurzeit erwirbt nur einer von vier Schweizer Universitätsabsolventen einen natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Abschluss. Diese beiden Bereiche sind auch die einzigen Berufsfelder, in denen das Angebot an Ausbildungsplätzen die Anzahl der jugendlichen Interessenten bei weitem übersteigt.

Forderung 17: Arbeitsbewilligung für die besten Nicht-EU-Hochschulabsolventen

Forderung 18: Die Neugier von Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik soll gestärkt werden

Forderung 19: Wissensvermittlung über Innovation als fester Bestandteil des Lehrplans

Forderung 20: Investition in die Ausbildung ausländischer Akademiker nutzen

2. Exzellenz fördern

Schwäche: Mangelnde Förderung der Exzellenz

Die frühe Förderung von Nachwuchstalenten legt den Grundstein für Spitzenleistungen. In der Schweiz fehlt es aber an einem grundlegenden Konzept für die systematische Förderung von Begabung und Talent auf allen Stufen.

Forderung 21: Förderung der Exzellenz auf Hochschulstufe

3. Berufsbildung stärken

Stärke: Die Qualität des Berufsbildungssystems

Das charakteristische an einer Berufsausbildung in der Schweiz ist der hohe Bezug zur Praxis. Der massgebliche Teil der Ausbildung erfolgt in einem Lehrbetrieb. Dieser wird durch einen theoretischen Teil an einer Berufsschule ergänzt. Durch die Verschmelzung von Theorie und Praxis werden die jungen Berufsleute optimal auf ihre spätere Aufgabe als Fachkräfte in einem Betrieb vorbereitet. Die erlernten Fertigkeiten können in einem umfangreichen Weiterbildungsangebot vertieft werden. Eine Berufslehre in der Schweiz ist anspruchsvoll und vielseitig. Deshalb wird sie auch von vielen Schulabgängern ergriffen, die vom Leistungsprofil her gleichfalls eine akademische Laufbahn einschlagen könnten.
Schwäche: Abwertung der einfachen Berufslehre
Es besteht die Tendenz, dass in gewissen Branchen und Berufen heute höhere Berufsabschlüsse gefordert werden also noch vor einigen Jahren, obwohl sich das Anforderungsprofil nicht massgeblich verändert hat. Die einfache Berufslehre droht an Wert zu verlieren.

Forderung 22: Stärkung der dualen Berufsausbildung

4. Höherer Stellenwert für BFI-Ausgaben

Schwäche: Ungenügende Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation

Mit Blick auf die Ausgaben für die Tertiärbildung, die Forschung und die Entwicklung bezogen auf die Wirtschaftsleistung, steht die Schweiz im internationalen Vergleich recht gut da. Sie liegt mit ihren Ausgaben leicht über dem OECD-Schnitt. Um sowohl mit den führenden Ländern als auch mit denjenigen Nationen, die am stärksten in Bildung, Forschung und Innovation investieren, mithalten zu können, muss die Schweiz ihr finanzielles Engagement aber deutlich ausbauen.

Abbildung 12

Abbildung 12

Forderung 23: Steigerung von Effizienz und Erhöhung der Ausgaben im BFI-Bereich

Forderung 24: Studentische Infrastruktur und Campusbildung fördern

Forderung 25: Keine Stop-and-Go Finanzierung der Hochschulen

Forderung 26: Verdoppelung der Overhead-Pauschale