Forschung

Stärke: Der Schweizer Forschungsplatz

Der Forschungsplatz Schweiz ist sehr erfolgreich und liegt – gemessen am Anteil der Forschungsausgaben im Verhältnis zum BIP – an fünfter Stelle, vor den EU-15, den OECD-Mitgliedstaaten und den USA (Abbildung 14).
Geforscht wird in der Schweiz vor allem in den Unternehmen. Insgesamt wurden 2004 von multinationalen Konzernen, Grossunternehmen und KMU-Betrieben rund 19 Mrd. CHF (2.24% des BIP) in die Forschung und Entwicklung investiert. Während in der Privatwirtschaft die experimentelle Entwicklung und die angewandte Forschung im Vordergrund stehen, ist dies bei den Hochschulen klar die Grundlagenforschung: Vier Fünftel der jährlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 3 Mrd. CHF (0.7% des BIP) werden hierfür verwendet. Die staatlichen Förderbeiträge sind damit im Vergleich zu anderen Staaten eher tief (Abbildung 15) und zudem seit 1995 stagnierend. Die geringe staatliche Unterstützung ist jedoch keineswegs ein Nachteil, denn Unternehmen, die Risiko und Verantwortung für ein Produkt selbst tragen müssen, sind gezwungen sich am Markt zu orientieren.

Abbildung 14

Abbildung 14

Abbildung 15

Abbildung 15

1. Forschungsstandortförderung

Stärke: Die Schweiz als attraktiver Innovationsstandort

Die Schweiz liegt im Herzen von Europa, sie verfügt über ausgezeichnete Verkehrsverbindungen, eine hervorragende Infrastruktur, sowie eine hohe politische Stabilität. Eine liberale Wirtschaftsordnung, wie auch eine bescheidene Regelungsdichte, sind bewährte Erfolgsfaktoren der Schweiz. Die Schulen, Universitäten und Fachhochschulen sind von hoher Qualität, die Arbeitskräfte auf allen Ebenen gut ausgebildet. Die Wohn- und Lebensqualität ist hoch, das kulturelle Angebot vielfältig und die Natur von grosser Schönheit. Damit verfügt die Schweiz über Standortqualitäten, wie sie selten an einem zweiten Ort zu finden sind. Dass dem so ist, beweist u.a. die hohe Dichte an multinationalen Unternehmen, die ihren Hauptsitz in der Schweiz haben.

Schwäche: Mangelnde Standortförderung

Trotz einer hervorragenden Ausgangslage, wird der Standort Schweiz als optimaler Ort für Forschung, Entwicklung und Innovation zu wenig oder gar nicht gefördert. Eine gezielte Standortförderung findet sich einzig in einigen Kantonen. Ein gesamtschweizerisches Konzept zur Förderung der Innovation, wie z.B. in der Ex- und Importförderung (Osec) existiert jedoch nicht.

Forderung 27: Gesetzliche Grundlagen für Forschungsstandort-Förderung

Forderung 28: Wohlstand durch Innovation

2. Forschungsfreiheit stärken

Stärke: Offenheit der Bevölkerung gegenüber der Forschung

In den vergangen Jahren hat die Schweizer Bevölkerung im Rahmen von Abstimmungen – insbesondere zu biomedizinischen Themen – immer wieder ihre Offenheit gegenüber Forschungsthemen, sowie ihr Vertrauen in den Forschungsplatz Schweiz zum Ausdruck gebracht. Dabei sind ihr klare gesetzliche Rahmenbedingungen wichtig. Diese sind jedoch nicht als willentliche Einschränkung der Forschungsfreiheit zu sehen, sondern dienen der Verhinderung von Missbrauch.
Schwäche: Einschränkung der Forschungsfreiheit
Problematisch wird es, wenn die Forschungsfreiheit durch zu grosse Restriktionen und gesetzliche Verbote eingeschränkt wird. Solche Denkbarrieren zwingen die Spitzenforschung zur Auswanderung und verhindern die Rekrutierung der besten Talente. Denkbarrieren haben die Schweiz bereits die Vorreiterrolle in der Erforschung der Chancen und Risiken der Atomtechnik, Gentechnik und Stammzellenforschung gekostet.

Forderung 29: Forschungsfreiheit statt Moratorien

3. Steuerliche Entlastung von Forschung und Entwicklung

Schwäche: Forschungsgelder sind mobil

Derzeit werden weitaus mehr Gelder von Schweizer Unternehmen im Ausland investiert, als in der Schweiz selbst. Durch die Einschränkung von gewissen Forschungszweigen (z.B. Biotechnologie) wird diese Tendenz noch verstärkt. Forschungsgelder sind in diesem Fall sehr mobil und werden dort eingesetzt, wo die entsprechende Forschung betrieben werden kann.
Schwäche: Die hohe steuerliche Belastung von Forschung
Im Gegensatz zu anderen führenden Innovationsstandorten verzichtet die Schweiz weitgehend auf die Förderung von Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) mittels steuerlichen Anreizen. Der Innovationsstandort Schweiz droht damit an Attraktivität zu verlieren. Erste Anzeichen dafür finden sich in einer aktuellen Studie der Swiss-American Chamber of Commerce, in der 60 % aller befragten Unternehmen angaben, ihre Investitionen in F&E vor allem ausserhalb der Schweiz wesentlich steigern zu wollen.

Forderung 30: Steuerliche Entlastung von Forschung und Entwicklung

4. Institut für Green Power

Schwäche: Schweizer Forschung nicht in Green Power aktiv

Die schweizerische Forschung ist zu stark auf den biomedizinischen und biotechnologischen Bereich ausgerichtet. Gerade der Bereich der erneuerbaren Energien (Green Power), wird zu stark vernachlässigt. Hier handelt es sich jedoch um einen höchst bedeutenden Forschungsbereich. Aufgrund der Endlichkeit der fossilen Ressourcen sowie der damit verbundenen Umweltbelastung müssen hier neue Lösungen für die Energieversorgung gefunden werden. Die Schweiz droht hier den Anschluss zu verlieren.

Forderung 31: Ein Institut für Green Power